Wer wir sind

Der Herforder Mittagstisch ist für alle Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – verarmt sind oder kein Zuhause haben und einen Ort der Hilfe, der Begegnung und des Gesprächs suchen.

Bei unseren Gästen geht es

  • um Menschlichkeit und Würde, um Vertrauen und Zuneigung, um Nähe und Wärme
  • um Enttäuschungen und Ablehnung, um Missachtung und Gefühlskälte, um Abhängigkeiten und Krankheiten
  • um Menschen, die am Rande der Gesellschaft in der Dunkelheit leben und deswegen oft übersehen werden
  • um die vereinsamte Rentnerin, die am Rande des Existenzminimums lebt und doch nicht von der »Fürsorge« leben will
  • um die allein erziehende Mutter, die ihr Leben nicht in den Griff bekommt und auf Hilfe wartet
  • um den Alkoholiker, der durch Erwerbslosigkeit, Scheidung und andere persönliche Schicksalsschläge in einen nicht endenden Kreislauf von Abhängigkeiten geraten ist
  • um den Jugendlichen, der schon zu Hause immer als der Versager galt

Hinter jedem dieser Menschen steht eine Lebensgeschichte, die den Normen unserer Gesellschaft nicht entspricht.

Der Beginn bis heute

Am 06. Dezember 1997 wurde im Gemeindehaus der Petrikirche an einem Samstag zum ersten Mal in unserer Stadt bedürftigen Menschen eine warme Mahlzeit angeboten.

Wolfram Kötter, der damalige Pfarrer der Petri-Kirche, und der Sozialarbeiter Peter Wilde haben gemeinsam mit dem Presbyterium und Gemeindemitgliedern dieses Angebot ins Leben gerufen; der Verein »Herforder Mittagstisch e. V. – Eine Initiative der Ev.-reformierten Petri-Kirchengemeinde« wurde gegründet.

Bedingt durch gemeindliche Umstrukturierungen wurde es ab 1999 schwieriger, den Mittagstisch am Samstag mit den verschiedenen Veranstaltungen der Kirchengemeinde am Wochenende abzustimmen, so dass der Mittagstisch am 01. Juli 2001 in die Räume des Sozialberatungsdienstes in der Schillerstraße 8 umzog.

Mit dem Umzug wurde das Angebot erweitert. Seit diesem Tag bietet der Mittagstisch von Montag bis Samstag eine warme Mahlzeit an, und seitdem gibt es eine hauptamtliche Mitarbeiterin.

Nachdem durch die steigende Anzahl der Gäste die kleine Küche und der Essensbereich in der Schillerstraße nicht mehr ausreichten, konnte der Mittagstisch am 01. Juni 2010 in ein Haus des Kirchenkreises in der Hermannstraße 16 einziehen. In den neuen Räumen wurde neben dem Mittagstisch auch ein Mutter-Kind-Bereich geschaffen und eine Kleiderstube eingerichtet.

Was bedeutet: Jeden Tag eine warme Mahlzeit?

Das heißt viel Miteinander, viel Organisationstalent, viel Kooperation, stetes Bemühen, dies auch finanziell zu schaffen.

Das heißt vor allem aber viel ehrenamtliches Engagement: Etwa 65 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen unter der Koordination von Schwester Ingrid Hufnagel für einen reibungslosen Ablauf.

Das Essen wird zum Teil von uns selbst gekocht, zum Teil von den Auszu-bildenden des Anna-Siemsen-Kollegs. Wöchentlich werden ca. 400 Essen ausgegeben. Von Montag bis Freitag bezahlen unsere Gäste 1 Euro für das Mittagessen einschließlich Getränken.

Von vielen Seiten erfahren wir Unterstützung und Hilfe – sei es durch Sach- oder Geldspenden. Der Herforder Mittagstisch e.V. finanziert sich überwiegend aus Spenden. Neben finanziellen Zuschüssen durch die Stadt Herford und den Kirchenkreis müssen pro Jahr etwa 80.000 Euro an Spenden aufgebracht werden, um die Kosten für Essen, Miete, Strom, Heizung und sonstige Betriebskosten sowie hauptamtliche Mitarbeiterin zu decken.